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Das Portal zur Zeit (1) |

Säulenpendule, Louis seize, mit
Stiftenhemmung und Zentralsekunde. Frankreich, um 1780. Schwarzer Marmor
mit aufwendigen, feuervergoldeten Bronzen. Im Sockel: Plakette mit musizierenden
Engeln, vier Säulen mit Kapitellen, signiertes Zifferblatt „Le Comte
à Paris“ (vgl.Tardy S. 359). Zentralsekundenzeiger, schweres messergelagertes
Sonnenpendel. H 50 cm, B 33 cm, T 14 cm. |
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Schon
am Eingang tickt es: Eine Portaluhr des 19. Jahrhunderts empfängt den
Besucher. Dann verstärkt sich das Ticken, vielfältig tönt
Stundenschlag, Comtoiser- und Cartel-Uhren hängen an den Wänden,
Pendulen stehen auf Konsolen, in Vitrinen und auf Tischen: Wir sind bei
Hans Eichler in Stolberg bei Aachen. Nachdem das Auge sich beruhigt hat,
stellt der zweite Blick fest: Alles stammt aus Frankreich. Woher kommt denn
diese Vorliebe, gilt sie nur den Uhren, gilt sie auch dem Land? "Ach", lacht
Hans Eichler, "als Schüler habe ich Französisch gehaßt.
Ich war der einzige in einem Kurs, der wirklich Anfänger war. Alle
anderen besaßen bereits Vorkenntnisse, hatten sich aber ebenfalls
als Anfänger eingetragen. Meine Zensuren fielen entsprechend aus."
Noch als Student der Betriebswirtschaft blieb die Abneigung. Die Wende?
Sie kam in Oberschwaben, als Hans Eichler bei einem Flohmarktbesuch eine
Comtoise fand, neben der ein Pendel lag. "Bei einem Bekannten hing im Wohnzimmer
eine Comtoise. Ich hatte sowas also schon mal gesehen", erinnert er sich.
Und jetzt lag ein Exemplar vor ihm und der Preis von 1200 Mark schien angemessen.
Stolz zeigte der Zwanzigjährige seinem Bekannten das Stück. "Paß
mal auf, mein Junge", mußte sich der Enttäuschte anhören.
"Die Uhr besitzt ein Ankerwerk, das Pendel, das du dazugekauft hast, gehört
aber zu einer Spindelganguhr." War das aufkeimende Interesse an Uhren schon
zu Ende, bevor es begonnen hatte? Aufgeben? Nicht bei Hans Eichler! "Ausführlich
beschäftigte ich mich mit der Materie. Mein Faible für Comtoiser
Uhren nahm rasch zu. Und irgendwie fand ich die passende Uhr zum Pendel,
und ein stimmiges Pendel zur Uhr." So fing es an, vor gut zwanzig Jahren.
Der nächste Schritt erfolgte, als Hans Eichler mit einer Marketing-Agentur
im Pharma-bereich selbständig wurde und in seinem Besprechungsraum
Uhren die Wände schmückten. Der eine oder andere Gast fragte nach,
ob er denn auch ein solches Stück erwerben könne. Er konnte, mit
Hans Eichlers Hilfe. Und der Uhrenhandel entwicklte sich weiter: Sein erster
Messebesuch als "Händler" fand vor rund zehn Jahren statt. Auf einem
kleinen Antikmarkt. Dort gab ihm ein Kollege den Tip, neben seinen Wanduhren
doch auch Tisch- und Kaminuhren zu präsentieren. Gesagt, getan. Wieder
mußte er lernen, vieles lesen und sich aneignen. Befreundete Uhrmacher
halfen mit ihren Erfahrungen. Zunächst agierte er ein bißchen
ziellos. "Ich war mal ganz verrückt nach Laternenuhren", gesteht er.
Aber schießlich gefielen ihm auch andere Uhrentypen. Heute, nachdem
er längst sein Hobby zum Beruf gemacht hat, umfaßt sein Uhrenangebot
die gesamte Bandbreite der französischen Uhrenbaukunst. Dabei nehmen
die Portaluhren eine zentrale Stelle bei ihm ein. Unter dem Vorbehalt, daß
sie französischem Ursprungs sind. Und er mag keine Holzuhren. "Das
ist halt eine Frage des persönlichen Geschmacks", meint der Stolberger
und fügt lachend hinzu: "Man sagt ja, daß die Engländer
die solidesten Uhren bauten, die Deutschen die billigsten und die Franzosen
die schönsten." |
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Empire Säulenpendule, Bronze. Frankreich, um 1810.
Feuervergoldet, typische Empire-Elemente. Zwei verzierte Rundsäulen
mit Kapitellen zwischen rechteckigem Unter- und Oberteil. Pariser Pendulenwerk
mit Schlag auf Glocke. H 40 cm, B 25 cm, T 9 cm. |